Wie ich meinen Proxmox Server und TrueNAS jetzt in die Cloud sichere
Backups sind so lange langweilig, bis sie nicht mehr funktionieren. In den letzten Tagen musste ich schmerzhaft lernen, dass "Sichern in die Cloud" nicht gleichbedeutend mit "Sicherheit" ist, wenn der Provider am Limit fährt. Hier ist mein Erfahrungsbericht vom Wechsel von Hetzner S3 zu Backblaze B2.
Das Problem: Wenn der Speicher "dicht" macht
Eigentlich lief mein Setup stabil: Ein Proxmox Backup Server (PBS) sichert meine VMs (wie HomeAssistant, Nextcloud oder Immich) auf ein lokales TrueNAS. Von dort aus wurden die Daten per S3-Sync zu Hetzner in das Rechenzentrum Nürnberg (NBG) gespiegelt.
Doch plötzlich hagelte es Fehlermeldungen. Ein Blick in die Logs meines PBS verhieß nichts Gutes:
Connection reset by peerBroken pipemanifest load error: No such file or directory
Die Ursache: Hetzner kämpfte mit massiven Kapazitätsengpässen im Bereich Object Storage. Um die Stabilität zu retten, wurden Schreibzugriffe bestehender Buckets drastisch gedrosselt. Das führte dazu, dass mein PBS mitten im Backup-Vorgang "rausgeworfen" wurde. Das Ergebnis? Korrupte Backups und fehlende Index-Dateien. Ein absoluter Albtraum für jeden Admin.
Die Lösung: Strategiewechsel zu Backblaze B2
Nachdem klar war, dass das Problem nicht an meiner Hardware, sondern am Provider lag, habe ich die Reißleine gezogen. Ich habe mich für einen Wechsel zu Backblaze B2 entschieden.
Mein neues Sicherheits-Konzept
Ich habe nicht nur den Anbieter gewechselt, sondern auch den Workflow optimiert, um maximale Konsistenz zu erreichen:
- Lokales Backup: Der Proxmox Backup Server sichert weiterhin alles auf das TrueNAS-Dataset.
- Konsistenz durch Stillstand: Um sicherzugehen, dass ich keine "offenen" Dateien kopiere, fahre ich den PBS-Dienst für den Cloud-Sync kurzzeitig herunter.
- rclone als Schweizer Taschenmesser: Statt des nativen PBS-Syncs nutze ich jetzt
rclone. Es spiegelt den kompletten Datastore direkt vom TrueNAS zu Backblaze B2. - Bandbreiten-Management: Mit
rclonenutze ich einen Bandbreiten-Limiter, damit mein Home-Office während des Uploads nicht lahmgelegt wird.
Das Ergebnis: Alles wieder im grünen Bereich
Ein Blick in meine aktuellen Protokolle zeigt: Es funktioniert!
- Alle 14 VM-Gruppen sind erfolgreich verifiziert.
- Sogar die Problem-VM
immich-ai, die bei Hetzner immer abbrach, ist wieder sauber gesichert. - Die rclone-Logs bestätigen: Die Verbindung zu Backblaze steht wie eine Eins, keine abgebrochenen Pipes mehr.
Mein Fazit
Verlasst euch nicht blind auf die Cloud. Prüft eure Logs! Wenn ein Anbieter wie Hetzner "degraded performance" meldet, kann das im schlimmsten Fall eure Datenintegrität kosten. Mit dem Wechsel zu Backblaze und dem konsistenten Sync-Weg über rclone schlafe ich jetzt wieder deutlich ruhiger.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit S3-Providern gemacht? Schreibt es mir in die Kommentare!